Die Seuche, die mit den Mücken kam

Zika

Seit 2015 verbreitet sich das Zika-Virus rasant auch in südamerikanischen Ländern. Fieber, Gelenkschmerzen und Bindehautentzündungen sind typische Zika-Virus-Symptome. Eine Zika-Virus-Infektion bei Schwangeren kann auf das Kind übergehen und dieses schwer schädigen.

Eine Zika-Virus-Infektion löst eine fieberhafte Infektionskrankheit (Zika-Fieber) aus. Der Erreger, das Zika-Virus, wird von Stechmücken der Aedes-Gattung auf den Menschen übertragen.

Im Schnitt entwickelt etwa jeder Vierte bis Fünfte typische Zika-Virus-Symptome. Der Verlauf ist meist milde. Allerdings können infizierte Schwangere den Erreger auf ihr ungeborenes Kind übertragen. So wurde vermehrt von Fällen insbesondere aus Brasilien berichtet, bei denen Neugeborene infizierter Mütter einen zu kleinen Kopf (Mikrozephalus) hatten. Diese Fehlentwicklung geht meist mit Hirnschädigungen und schwerer geistiger Behinderung einher. Hinzu kommt, der Verdacht, eine Zika-Infektion könnte das sonst sehr seltene Guillain-Barré-Syndrom hervorrufen – eine Erkrankung der Nervenbahnen, die mit schweren Lähmungen einhergehen kann.

Ausbreitung der Zika-Virus-Infektion

Das Zika-Virus wurde 1947 bei einem Rhesusaffen im Zika-Wald Ugandas entdeckt und nach diesem benannt. Die ersten Zika-Virus-Infektionen bei einem Menschen wurden 1952 in Uganda und in Tansania beschrieben.  Im Jahr 2007 kam es dann zu einem ersten großen Ausbruch auf den westpazifischen Yap-Inseln (Teilstaat Mikronesiens). 75 Prozent der dortigen Bevölkerung erkrankten an einer Zika-Virus-Infektion. 2013 folgte ein größerer Ausbruch in Französisch-Polynesien. Hier erkrankten etwa zehn Prozent der Bevölkerung.

Inzwischen hat sich das Virus immer weiter ausgebreitet. International Aufmerksamkeit erhielt aber erst der große Zika-Ausbruch 2015 in Brasilien, insbesondere, weil hier erstmals der Zusammenhang zur Microcephalie bei im Mutterleib infizierten Kindern hergestellt worden war.

Inzwischen hat sich das Virus von da an rasch über den südamerikanischen Kontinent ausbreitet und ist es im US-amerikanischen Florida angelangt.

Reisewarnung für Regionen mit Zika-Virus-Infektion

Aufgrund seiner Verbreitung zählt eine Zika-Virus-Infektion inzwischen zu den Reisekrankheiten. Reisende infizieren sich in den betroffenen Ländern und bringen das Virus mit in die Heimat, wo sie andere anstecken können, beispielsweise beim Sex. Fehlen in den Heimatländer jene Mückenarten, die das Virus weitergeben sind größere Ausbrüche aber ausgeschlossen. Das ist beispielsweise in Deutschalnd der Fall.

Für Betroffene Regionen sprechen die Gesundheitsgesellschaften Reisewarnungen für Schwangere aus. Zudem sollen sich Urlauber verstärkt vor Mückenstichen schützen, um einer Zika-Virus-Infektion vorzubeugen.

  • Zika ist ein Virus, übertragen durch Mücken. Der Infekt selbst ist harmlos und verläuft meist unbemerkt.
  • Lateinamerika und die Karibik sind das Zentrum der aktuellen Epidemie.
  • Reisende haben den Erreger vereinzelt in andere Teile der Erde eingeschleppt.
  • Für Schwangere und Ungeborene kann das Virus in seltenen Fällen gefährlich werden. Dort, wo Zika sich verbreitet, wurden ungewöhnlich viele Babys mit einer Schädelfehlbildung (Mikrozephalie) geboren. Auch schwere Fälle der Nervenkrankheit Guillain-Barré nahmen zu.
  • Es gibt derzeit keine Therapie zum Schutz gegen Zika. Die beste Vorsorge ist, sich vor Mückenstichen zu schützen und betroffene Gebiete zu meiden.

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