Ingenieurskunst im Insektenreich

Bislang galten Muttern und Schrauben als Erfindung des Menschen. Doch Rüsselkäfer verfügen offenkundig über Glenke, die ganz ähnlich funktionieren. Obendrein verdanken die Insekten den Schraubengelenken eine hohe Beweglichkeit und große Fähigkeit zu klettern.

Rüsselkäfer scheinen im Vergleich zu den flinken Laufkäfern auf den ersten Blick schwerfällige Insekten zu sein. Tatsächlich sind sie ungemein wendig und obendrein gute Kletterer. Um etwa an eine Frucht oder frische Blätter zu gelangen und diese mit dem “Rüssel” anzubohren, muss der Käfer die Pflanze emporklimmen und sich an den Stengeln oder Blättern gut festhalten, damit er nicht abrutscht. Dafür benötigt er kräftige Beine, vor allem aber recht bewegliche Gelenke. Biologen hatten bisher fest geglaubt, dass die Glieder der Insekten durch Kugel- und Scharniergelenke mit der Hüfte zusammengehalten werden.

Doch Wissenschaftler um Thomas van de Kamp vom Karlsruher Institut für Technologie haben jetzt eine erstaunliche Entdeckung gemacht, als sie einen Rüsselkäfer der Art Trigonopterus oblongus mit einem speziellen Röntgentomografen untersuchten. Die 0,5 Millimeter großen Gelenke zwischen der Hüfte (Coxa) und den nachfolgenden Beingliedern (Trochanter) des in den Urwäldern Neuguineas beheimateten Tieres greifen wie Schrauben und Muttern ineinander.

Quelle: faz.net

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