Modernisierung von Windparks

Noch größer, noch kräftiger: Die deutsche Windbranche steckt im Höhenrausch, ersetzt alte Mühlen durch modernere Rotoren. Die neuen Anlagen ragen teils 150 Meter in den Himmel, die Unternehmen wittern ein Milliardengeschäft – doch Anwohner fühlen sich bedrängt und wollen die Riesenräder stoppen.

München – In Simonsberg, einer kleinen Gemeinde südwestlich von Husum, ist eine Zukunftsvision der Windenergie Wirklichkeit geworden: Die Eigentümer haben elf ihrer dreizehn Windräder abmontieren lassen. An deren statt ragen jetzt drei riesige Räder direkt am Deich in den Himmel.

Die Simonsberger drehen seit kurzem große Räder – wegen der Energieeffizienz: Die alten Anlagen kamen auf einen durchschnittlichen Jahresertrag von etwa 14 Millionen Kilowattstunden, die neuen Rotoren liefern jeweils fast 50 Millionen Kilowattstunden.

Was in Simonsberg geschehen ist, steht auch anderen Gemeinden bevor. Viele Windräder, die Mitte der neunziger Jahre errichtet wurden, stehen kurz vor der Ausmusterung. Die 600-Kilowatt-Anlagen werden altersschwach, produzieren nur ein Zehntel der Strommenge, die moderne Riesenrotoren liefern. In vielen deutschen Orten sollen in den kommenden Jahren neue Anlagen gebaut werden.

Die Branche selbst hat dafür schon ein passendes Label: Sie nennt den Austausch “Repowering”. Und sie wittert ein Riesengeschäft. “Von den heute installierten Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 25.800 Megawatt könnten in den nächsten zehn Jahren bis zu 18.000 Megawatt durch neue Anlagen ersetzt werden”, sagt Herrmann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). Investitionen von mehr als 60 Milliarden Euro wären dafür nötig. Zum Vergleich: In den “Aufbau gigantischer Hochsee-Windparks” und das Erschließen neuer Standorte an Land sollen im gleichen Zeitraum rund 40 Milliarden Euro fließen.

(…) Spiegel Online


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Andreas Müller

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